Bundesgartenschau 2023 im Landkreis Saarlouis !?
Offener Brief Anregung Leuchtturmprojekt Akzent für das Saarland
Offene Diskussion
Sehr geehrte Damen und Herren,
was sich für den Ein oder Anderen wie ein stark verspäteter Aprilscherz anhören mag, ist für mich ein Vorschlag, eine Anregung – den ich durchaus im breiten Interesse für diskussionswürdig halte.
Sie vielleicht auch ?
Warum eigentlich nicht BUGA 2023 im Landkreis Saarlouis ???
Zum Hintergrund: Die Bundesgartenschau (BUGA) ist eine deutsche Ausstellung zum Gartenbau, in die auch Themenbereiche wie Landschaftsarchitektur einfließen. Sie findet in einem Zweijahresturnus in verschiedenen deutschen Städten statt. Bis 2019 sind die BUGA-Städte vergeben. Für 2021 ist Erfurt Kandidatin.
Für 2023 könnte sich der Landkreis Saarlouis bewerben. 2007 hat die BUGA erstmals in einer Region stattgefunden. In einem Landkreis fand sie noch nie statt. Die BUGA war auch noch nie in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Sachsen, Bremen und Saarland vertreten.
Im Rahmen einer Bundesgartenschau finden in den jeweiligen Städten umfangreiche Freiraumplanungen und -umgestaltungen statt, die regionalen Entwicklungszielen dienen sollen. Oft entsteht dabei ein völlig neues Bundesgartenschau-Gelände, das über einen Zeitraum von mehreren Monaten Millionen Besucher anzieht. Hier könnte bspw. auch eine Landkreis überschreitende Fläche in Betracht gezogen werden.
Eine Bundesgartenschau (BUGA) ist auf Nachhaltigkeit und Nachnutzung ausgelegt. Für die ausrichtende Kommune oder Region geht der Nutzeffekt einer BUGA immer über die rund siebenmonatige Öffnungszeit der eigentlichen Schau hinaus.
Für uns im Saarland wäre dies eine einmalige Chance. Jede der bisher veranstalteten Bundesgartenschauen hat für die Bürgerrinnen und Bürger vor Ort vielfältige Vorteile und Nutzen gebracht, die bis weit in die Zukunft reichen. Neben großflächigen Grünanlagen zur Erholung und Freizeitgestaltung haben viele BUGAs auch nachhaltig Arbeitsplätze geschaffen sowie den Wohnwert in der Nachbarschaft zum BUGA-Gelände deutlich erhöht. Damit erfahren die Standortfaktoren eine neue Ausrichtung und eine höhere Attraktivität für wirtschaftliche Investoren.
Im Saarland wären hier auch infolgedessen, sicher eine Imageaufwertung und breiter touristischer Schub für unser gesamtes Land zu erwarten. Dies belegten bislang alle Zahlen und Fakten aus vorangegangen Bewerberstädten.
Des Weiteren könnten wir erstmals zeigen, wie man eine Verknüpfung von Ökologie, sanften Tourismus und nachhaltigem Wirtschaften und Handeln sinnvoll verbindet.
Meines Erachtens könnte sich diese Grundidee zu einem Leuchtturmprojekt für das Saarland entwickeln. Wie denken Sie darüber? Wird diese Grundidee aufgegriffen? Wie kann hierfür ein breiter Konsens entstehen? Soll die Anregung gleich ad acta gelegt werden? Diskutieren Sie mit!
Patrick GW Müller 66793 Saarwellingen
@twitter „patrickgwm“ @facebook „patrickgwm“
TeL.: 0172-6850255
www.bundesgartenschau.de
Die BUGA als Instrument der Stadtplanung
Die Antwort auf die Frage "Warum BUGA?" fällt den Menschen, die in der ausrichtenden Stadt oder Region wohnen, ganz leicht. Nachhaltigkeit lautet das Stichwort: Die Folgenutzung des BUGA-Geländes ist für die veranstaltenden Städte und Regionen der ausschlaggebende Faktor für ihre Bewerbung bei der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft (DBG) in Bonn. Der Nutzen einer Bundesgartenschau ist also keineswegs auf die etwa sechsmonatige Veranstaltungsdauer beschränkt. Aus der Sicht der Stadtplaner ist eine BUGA eine Investition in die Zukunft. Die nachfolgenden Beispiele aus fünf Jahrzehnten Bundesgartenschau zeigen, dass eine BUGA als Instrument der Stadtplanung und in einigen Fällen sogar des Strukturwandels wertvolle Unterstützung leistet.
Die BUGA als Instrument zur WirtschaftsförderungEine BUGA ist auch immer ein wirksames Instrument zur Wirtschaftsförderung. Während der sechs- bis siebenmonatigen Öffnungszeit der Schau, erlebt der Tourismus der ausrichtenden Stadt oder Region einen beträchtlichen Aufschwung. Einen traditionell großen Anteil am BUGA-Tourismus haben die Busreisen. Die Anlage von großzügig gestalteten Busparkplätzen ist daher ein absolutes Muss bei der Planung einer Bundesgartenschau. Guter Service schafft ein gutes Image. Spezielle Angebote für die Busfahrer sowie das Begleitpersonal sind daher fester Bestandteil jeder Bundesgartenschau. Eine BUGA wird durchschnittlich von etwa drei Millionen Menschen besucht. Die Mehrheit der Besucher - unabhängig von Gruppen- oder Individualanreise - verbindet den Besuch der BUGA mit einem Abstecher in die ausrichtende Stadt oder Region. Sehr zur Freude der heimischen Gastronomie und Hotellerie profitieren somit auch Branchen, die nicht unmittelbar mit der Bundesgartenschau verbunden sind, davon. Da höhere Einnahmen auch höhere Steuerzahlungen bedeuten, hat letztlich auch die ausrichtende Stadt oder Region, neben den Einnahmen durch die Eintrittsgelder, nochmals Grund zur Freude.
Eine Investition in die Zukunft
Instrument der StädteplanerAus der Sicht der Städteplaner ist eine BUGA ein wichtiges Instrument zur nachhaltigen Gestaltung des Stadtbildes. Sei es innerstädtisch durch die Anlage und den Ausbau von Parks oder die Landschaftsgestaltung im weiteren Umfeld - eine Bundesgartenschau ist immer ein Gewinn für das Erscheinungsbild einer Kommune oder Region. Jede einzelne BUGA oder IGA in der mittlerweile über 50-jährigen Geschichte dieser Schauen hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Im Laufe der Jahre ist mancherorts in der breiten Öffentlichkeit in Vergessenheit geraten, dass einige bedeutende Anlagen ihren Ursprung einer BUGA/IGA verdanken. Solche ehemaligen BUGA-Gelände sind zum Beispiel die bundesweit bekannten Parkanlagen Westfalenpark Dortmund, Gruga Essen, Rheinauen Bonn, Rheinpark Köln und auch die Wallanlagen in Hamburg einschließlich des Parks Planten un Blomen. In neuerer Zeit, und somit noch sehr gut im Bewusstsein der Bevölkerung, ist beispielsweise der Umbau des ehemaligen Münchener Flughafens zur Messestadt Riem mit dem Landschaftspark Riem in wesentlichen Teilen aus der BUGA 2005 entstanden. Ein weiteres sehr eindrucksvolles Beispiel für die Zukunftsorientierung einer Bundesgartenschau ist die BUGA 2007 in Gera und Ronneburg. Während in Gera mit der BUGA im innerstädtischen Bereich rund um das Stadion der Freundschaft, der Orangerie und entlang des Ufers der Weißen Elster der Hofwiesenpark erneuert wurde, entstand in der Ronneburger Umgebung eine völlig neue Landschaft. Durch die aufwändige Rekultivierung des ehemaligen Uranerzabbaugebietes wurde hier ein reizvolles Naherholungsgebiet geschaffen. So unterschiedlich die einzelnen Konzepte für eine BUGA auch sein mögen, eines haben sie alle gemeinsam: Die intensive Nachnutzung des BUGA-Geländes durch die Bevölkerung ist gewährleistet - sei es zum Entspannen und Ausruhen, zum Sport treiben oder einfach auch nur aus Spaß daran, die Freizeit mit Familie, Freunden und Bekannten im Grünen zu verbringen.
Wirtschaftlicher ErfolgNicht nur die Städteplaner und Gartenbauämter freuen sich über eine BUGA in ihrer Stadt. Auch die Kämmerer und Tourismuszentralen wissen um die ökonomischen Vorteile. Eine BUGA ist immer ein Publikumsmagnet für die Stadt und Region. Durchschnittlich drei Millionen zahlende Besucher lockt eine Bundesgartenschau aus nah und fern an. Etwa ein Drittel dieser Besucher reisen mit dem Bus an, das heißt, rund eine Million Touristen sorgen für zusätzlichen Umsatz in der Stadt oder Region. Die positiven Auswirkungen dieses Besucherstroms für Hotellerie und Gastronomie sind offensichtlich. Darüber hinaus kann eine BUGA/IGA, abhängig vom Konzept, auch nachhaltig Arbeitsplätze schaffen und wesentlich zur Wertsteigerung des Umfelds beitragen. So hat sich beispielweise am Rande des ehemaligen BUGA-Geländes in Düsseldorf eine Versicherungsgesellschaft angesiedelt und 2.500 Arbeitsplätze geschaffen. In München sind durch die Neuansiedlung der Messe in der durch die BUGA erstandene Messestadt Riem zusätzliche Arbeitsplätze entstanden, und selbst in Gelsenkirchen konnten durch die Einrichtung gastronomischer Betriebe und Freizeiteinrichtungen sowie die Vermietung von Büros etwa 1.000 Arbeitsplätze eingerichtet werden. Der Wert und die Wirkung einer Bundesgartenschau ist in allen ehemaligen BUGA-Städten exemplarisch zu beobachten. Einige Städte hatten sich sogar mehrfach um die Ausrichtung einer BUGA beworben - und manche waren damit auch erfolgreich.
BUGA “ Zum Wohle der Menschen“Die positiven Effekte einer BUGA/IGA haben dazu geführt, dass bei der DBG kein Mangel an geeigneten Bewerberstädten oder -regionen mit überzeugenden Konzepten besteht. Die BUGA 2011 findet in Koblenz statt. Im Jahr 2013 wird es eine IGS in Hamburg geben. Die BUGA 2015 wurde im November 2007 an den Bewerber Havelregion vergeben. Eine Internationale Gartenschau wird 2017 auf dem Tempelhofer Feld inszeniert, für die nachfolgende BUGA 2019 ist die Lizenz an Heilbronn vergeben worden. Die Zukunft der Bundesgartenschau ist also gesichert - und damit ein wertvoller Beitrag zur Stadtentwicklung zum Wohle der Menschen.