Grüne wollen Kappelschule / Donauschule unter Denkmalschutz stellen lassen
Saarwellingen. Patrick GW Müller, Grüner Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat hat mit dem Landesdenkmalamt Kontakt aufgenommen und eine Denkmalschutz-Prüfung der ehemaligen Kappelschule, auch Donauschule genannt, zu veranlassen.
"Ich bin in Kontakt mit Herrn Prof. Baulig und Fr. Dr. Marschall (Inventarisatorin). Ich möchte prüfen lassen, ob die traditionsreiche Kappelschule nicht unter Denkmalschutz gestellt werden kann. Die Schule ist seit den Grundschulschließungen außer Betrieb. Nur der Musikverein und die Heßebacher sowie vereinzelte Gruppen nutzten das im Jahre 1904 als Mädchenschule erbaute Gebäude. Dies soll auch weiter so bleiben. Wir hatten schon im letzten Jahr ein Nutzungskonzept von der Gemeinde verlangt, dies ist bislang noch nicht erfolgt. Außer den Gedankenspielereien, dort einen neuen Feuerwehrstützpunkt zu bauen, ist nichts erfolgt. Die 1908 um das doppelte erweiterte Schule hat unseres Erachtens einen hohen historischen Stellenwert für die Gemeinde Saarwellingen. Viele Schülerinnen erinnern sich immer noch gerne an die Kappelschule als „Ihre“ Kindheitsschule; die Jungen mussten übrigens in der 1. Hälfte des letzten Jahrhunderts in die nahegelegene Schlossschule. Schon kurz vor dem offiziellen Beginn des 2.Weltkrieg, also Ende Aug.-1939 war die Schule "Hauptverbandsplatz" für die ersten Kämpfe der Wehrmacht auf dem Saarlouiser Gau. Dies waren Vorkämpfe zur Sicherung des Westwalls. Der Name Kappelschule leitete sich vom Flurname "Auf dem Kappel" ab, da steht auch heute noch eine Kapelle am Ende des Rotwäldchens. Obgleich die Schule im Volkmund auch Adolf-Hitler-Hauptschule genannt wird, trug sie diesen Namen nie. Aber als Donauschule wird Sie bezeichnet weil, im Jahre 1765 eine Auswanderungswelle nach Ungarn an die Donau erfolgte, wozu die Kaiserin aufrief dieses Land zu besiedeln, als Bollwerk gegen die Türken. Die Kaiserin entsandte einen sogenannten Werber der im Wellinger Pfarrhaus wohnte. Der Amtsmann Stangaster, eingesetzt beim Fürsten Wied-Runkel, war in Ungnade gefallen, weil er auch zum Auswandern an die Donauer aufrief. Ihm wurde der Prozess gemacht -verhaftet und musste seine Strafe auf der Burg Runkel 4 Jahre lang absitzen. Der Amtsmann war evangelisch, pflegte doch beste Beziehungen zum Wellinger Pastor und wohnte nach seiner Knastrückkehr mit seiner Familie im Pfarrhaus. Auch der "Werber" war dort noch immer. Der Amtmann half den Auswanderwilligen an Pässe und Dokumente ranzukommen und dann über Günzburg an die Donau auszuwandern. Die auswanderwilligen Wellinger gingen damals zum "Donauer", so ist die damalige Bezeichnung auch heute noch der Donaustraße und der Donauschule erhalten geblieben. Die Auswanderer konnten ins Bannat. 1944 wurde die Schule durch Brandbomben zerstört jedoch wieder im Original aufgebaut. Sie dient zudem auch als Luftschutzbunker. Die Schul-Chronik nicht mehr da, sie ist im Saarwellinger Rathaus verschwunden und bis dato leider noch nicht aufgetaucht,“ so berichtet Müller weiter.