Es stinkt zum Himmel…..Klärschlamm verseucht unsere Böden!
Lebensmittel-Skandale gibt es allerorts. Aber, dass auf Feldern in unserer Gemeinde Klärschlämme (Abfallprodukte aus den Kläranlagen) ausgebracht werden, ist wenigen bekannt.
Die Klärschlamm-Gülle ist mit Schadstoffen belastet. Dioxine, PCB (Polychlorierte Biphenyle), PFT (Perflurierende Tenside) und vieles mehr. Dies sind alles krebserregende Giftstoffe. Das ist keine Frage. Hinzukommen Medikamente, Chemo-Therapeutika, radioaktive Substanzen, Hormone etc.. Alles wird auf unsere Felder und Wiesen gekippt.
Doch warum verwenden die Bauern solche Klärschlämme?
Dafür sprechen gleich mehrere Gründe:
1. Sie bekommen dafür Geld vom EVS (Entsorgungsverband Saar)
2. Sie brauchen keine anderen Düngemittel zu kaufen
3. der EVS zahlt sogar für den Transport
Wie so oft, es dreht sich ums Geld, zu Lasten unserer Gesundheit und zu Lasten der Tiere, die wir wiederum Essen.
Mittlerweile hat sich ein regelrechter Klärschlamm-Tourismus ausgebreitet der in unserem Land umher gekarrt wird. Den Bauern kann man es nicht verdenken; der EVS spornt dazu regelrecht an.
Wir Grüne wenden uns entschieden gegen eine weitere Ausbringung von Klärschlämmen auf den Feldern. Der EVS soll die Klärschlämme komplett einer thermischen Verwertung zuführen. 60% der giftigen Substanzen werden heute schon verbrannt.
Eine Deponierung ist verboten, aber eine Ausbreitung auf unsere Wiesen und Felder nicht. In Österreich und der Schweiz ist es bereits verboten. Auch die Niederlande arbeiten an einem Verbot. Die Gemeinde kann aber innerhalb ihrer Flächen eine Ausbringung von Klärschlämmen untersagen. Hierzu bereiten wir einen Antrag der Gemeinderatsfraktion vor.
Patrick GW Müller hat sich diesem Thema angenommen und hat die saarländische Umweltministerin mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog zum Handeln aufgefordert. Erste positive Signale aus dem Ministerium gibt es bereits.
Reichlich Kritik übt Müller am EVS. „Es ist ein Unding, dass seit Jahren die Schadstoff-Analysen vom EVS, der ja auch die Kläranlage betreibt, selbst in Auftrag gegeben werden. Seit Jahren werden immer wieder dieselben vier PCB’s untersucht. Es gibt aber 28 PCB-Schadstoffe. Auf Medikamentenrückstände wird grundsätzlich nicht in jeder Kläranlage untersucht. Die Analysen werden nicht veröffentlicht. Es gibt kein öffentlich einsehbares Kataster auf welchen Feldern Klärschlämme ausgebreitet werden und vieles mehr.“
Raus aus dem EVS – St. Wendeler Bürgermeister ist vorbildlich
Nach dem Müllgebühren-Abzock-Wirrwarr des EVS wird immer deutlicher, die Gemeinde Saarwellingen sollte diesem Verband den Rücken kehren. Andere Kommunen haben dies auch getan. In St. Wendel und Lebach hat dies zu einer deutlichen Entlastung der Bürger geführt; sowohl bei den Müllgebühren als auch bei den Schadstoffen im Klärschlamm, auf den Feldern und den Gewässern.
getrocknete Klärschlämme
Düngung mit Klärschlamm